Wissenswertes zum Dartspiel
Positionierung
Abmessungen beim Dartspiel
(bei Soft Dart ist die Mitte der Scheibe bei nur 1,72 m)
- Die Höhe bis zum Mittelpunkt der Dartscheibe ist 1,73 m über dem Boden (1,72 m laut Angabe des DSAB – Deutscher Sportautomatenbund e. V.)
- Der Spieler stellt sich hinter der Wurflinie (Oche) auf, um die Pfeile auf die Scheibe zu werfen. Der horizontale Abstand der Wurflinie (Oche) bis zur Scheibe beträgt 2,37 m (2,44 m bei Soft Darts bis Ende 2015).
- Die Höhe 1,73 m und der Abstand 2,37 m wurde vereinheitlicht, jetzt gibt es keinen unterschied mehr zum E-Dart mehr bei der Abmessung.
Die American Dart League gibt einen Abstandsbereich an: zwischen 7 Fuß 9 1⁄4 Zoll (2,37 m) und 8 Fuß (2,44 m).
- Somit beträgt das Diagonalmaß (Abstand vom Bull direkt zum Oche) ungefähr 2,93 m.
- Seitlicher Abstand der Scheibenmitte zur Wand mindestens 0,90 m, zwischen zwei Scheiben mindestens 1,80 m
- Der Freiraum hinter der Abwurflinie soll 1,25 m betragen.
Dartpfeile
Jeder Spieler hat drei Pfeile, Darts genannt. Darts bestehen aus einer Spitze, dem Barrel, dem Schaft (engl. Shaft) und einem Flight. Letzteres sind schmale Flügel oder Blättchen, die den Wurfpfeil auf Kurs halten. Man unterscheidet zwei Arten von Darts: Steel- und Soft-Darts.
Aufbau eines Dartpfeils
- Tip oder Point: Es gibt verschiedene Arten von Points, bestehend aus Kunststoff („Soft“) oder Stahl („Steel“). Es kann ebenfalls aufschraubbare Stahlspitzen für Softdarts geben, Conversion Points. Stahlspitzen sind in verschiedenen Längen und Ausführungen erhältlich. Steelpoints sollen in der Regel nicht gespitzt, sondern abgerundet sein. Dies verhindert eine allzu schnelle Abnutzung der Boards und die Darts hängen besser und stabiler im Board, was für höhere Scores sorgen kann.
- Barrel: Hier wird zwischen „Brass“ (Messing), „Tungsten“ (Wolfram) und „Nickel“ unterschieden. Bei Tungsten Barrels wird der Wolfram-Anteil in Prozent angegeben, je höher die Prozentzahl, desto dünner kann der Barrel bei gleicher Masse hergestellt werden (entspricht einer höheren mittleren Dichte), was eine engere Gruppierung auf dem Board ermöglicht. Barrels sind in verschiedenen Formen und Gewichten erhältlich. Außerdem sind noch bewegliche Spitzen (Powerpoint, Hammerhead) erhältlich, die Bouncer (Abpraller) vermindern sollen. Bewegliche Spitzen passen nur in dafür hergestellte Barrels, da sie ein besonders tief geschnittenes Gewinde erfordern. Außer den normalen Barrels gibt es M3-Barrels, bei denen die Gewinde außen liegen, der Barrel kann damit bei höherem Gewicht noch dünner gefertigt werden. Für M3-Barrels gibt es spezielle Shafts und Spitzen.
- O-Ring: Er ist ein kleiner Gummiring, der auf das Gewinde von Shafts aus Aluminium- oder kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff aufgesetzt wird und verhindert, dass sich die Shafts beim Spielen lösen und so die Stabilität des Darts verringern. Bei Nylonshafts sind O-Ringe überflüssig, da sie sich normalerweise nicht lösen. Anfangs gab es von verschiedenen Herstellern (z. B. von Loctite) eine Art Schraubensicherungsmittel, die das Lösen der Schäfte verhindern sollte.
- Shaft: Shafts existieren in vielen Variationen. Meistverbreitet sind Polyamid-Shafts („Nylon“) und Aluminium-Shafts, manchmal Shafts aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Wichtig bei der Zusammenstellung ist die Länge des Shafts, erhältlich sind Mini (Thumbnails), x-Short, short, medium und long.
- Collar: Diese werden nur benutzt mit Nylon-Shafts. Es gibt drei verschiedene Arten, der Zweck ist immer der gleiche. Collars sollen das Ende des Nylon-Shafts zusammendrücken und somit den Flight fest mit dem Shaft verbinden. Der Collar verhindert die Beschädigung des Shafts, wenn ein nachfolgender Dart hinten aufschlägt. Am besten geeignet sind die federnden Ringe, da diese den Shaft in jeder Situation wieder zur ursprünglichen Form zurück „modulieren“, während feste Ringe nach einiger Zeit bersten oder komplett die Form verlieren.
- Flight: Der letzte Bestandteil des Darts ist der Flight. Flights werden in erster Linie aus Polyester oder Nylon angeboten. Das Entscheidende beim Flight ist dessen Form. Standard-Flights werden von den meisten Spielern benutzt. Die Flächenangaben dienen nur der Orientierung, Flights mit der größeren Fläche haben nicht unbedingt mehr Auftrieb, dies liegt an der kurzen Strecke, die ein Dart zurückzulegen hat. Kite-Flights kommen den Standards näher als Slim-Flights, obwohl sie eine kleinere Fläche haben. Je fester oder dicker die Flights sind, umso besser wird seine Flugbahn. Der Dart gerät nicht so schnell ins Trudeln und außerdem bieten solche Flights eine längere Lebensdauer. Am haltbarsten sind Stoff-Flights, diese sind nur mit Nylon-Shafts zu empfehlen. Bei Aluminium-Shafts ist es sehr schwer, einen solchen Flight ohne Beschädigung zu montieren. Sobald ein Flight zu viele Knicke oder Risse und Kerben hat, sollte er ausgewechselt werden.
- Protector: Er wird auf das Ende des Flights aufgesetzt, um diesen vor den nachfolgenden Darts zu schützen. Je näher man die Darts aufeinander wirft, desto öfter kommt es vor, dass der folgende Dart auf den erstgeworfenen trifft und somit Flight und im Fall von Aluminium auch den Shaft ruiniert. Durch den Protector prallt der Dart ab und landet in der Regel trotzdem im Board, ohne größeren Schaden zu hinterlassen. Protectors werden in Aluminium und Nylon hergestellt. Zusätzlich bleibt der Flight schön gespreizt.
Steeldarts
Steeldarts-Set mit Ersatz-Zubehör (verschiedene Flights und Shafts)
Steeldarts haben eine Spitze aus Metall und regelgerecht eine Länge von bis zu 30,5 cm bei einem Gewicht von bis zu 50 g. Einziger bekannter Dart, der mit diesen maximalen Maßen tatsächlich vertrieben wurde, ist der „MEGADART V3“. Das Barrel besteht meist aus einer Nickel-Wolfram-Legierung, die ein hohes Gewicht bei einem schmalen Dartkörper ermöglicht. Es wird angenommen, dass bis zum Herausziehen der Pfeile diese im Dartboard stecken müssen, damit der Wurf gewertet wird. Tatsächlich muss aber nur die Spitze das Board berühren. Erst wenn die Spitze keinen Kontakt zur Dartscheibe hat, wird der Wurf nicht gewertet. Kommt es also zu einem Bouncer (Abprallen des Darts vom Board) und der Dart bleibt beispielsweise zwischen zwei anderen im Board steckenden Darts hängen, kommt es darauf an, ob die Spitze Kontakt zur Scheibe hat oder nicht. Im professionellen Dartsport gab es bereits Situationen, in denen die Spitze abgebrochen ist und noch im Board steckte, wobei der restliche Teil des Pfeils zu Boden fiel. Da hier somit auch der Kontakt der Spitze mit dem Board bestand, wurde der Wurf gewertet.
Beim Steeldarts ist ein Scorer (Schreiber) nötig, der die geworfenen Punkte auf einer Tafel vermerkt und den aktuellen Restscore errechnet. Der Spieler selbst sollte ebenfalls eine gewisse Routine im Rechnen mitbringen, so dass er immer genau weiß, was er als Nächstes werfen muss, um das Spiel zum schnellstmöglichen Ende zu bringen. Hierfür gibt es Out-Charts, eine Liste verschiedener Scores und mit den Möglichkeiten, diese mit zwei oder drei Darts auf 0 zu setzen. Beispiel: 120 Punkte Rest = T20 20 D20 (Triple 20 (60) + 20 + Double 20 (40) = 120). Steeldarts Spiele beginnen mit 501 Punkten im Single, 701 oder gar 1001 im Team. Jedes Spiel muss mit einem Doppelfeld beendet werden.
Softdarts
Softdarts
Beim Automatendart, auch Electronic-Dart (E-Dart) genannt, haben die Darts eine Spitze aus Kunststoff, ihr Gewicht ist auf 21 g (18 g bis 2019) begrenzt, da unter anderem sonst der Automat Schaden nehmen könnte – die Gesamtlänge darf 16,8 cm nicht überschreiten. Die Punkte des Wurfs zählen, sobald sie der Automat registriert hat. Die meisten Automaten beherrschen eine Vielzahl von Spielen, von den gängigen Varianten 301 und 501 über 701 (jeweils mit den Zusätzen Double In, Double Out oder Masters Out), sowie Cricket in verschiedensten Varianten bis hin zu den exotischeren Spielen wie Elimination
Dartscheibe und Punktezählung
Wie wird gespielt und gezählt
Segmente
Ähnlich wie beim Bogenschießen liegt der Ursprung der Dartscheibe bei den Wagenrädern. Diese wurden im England des 12. Jahrhunderts zum Zielschießen verwendet. Später wurden den Abständen zwischen bestimmten Speichen besondere Werte zugeschrieben, während der Treffer in der Nabe (Bull’s Eye) immer den höchsten Wert hatte.[4] Die Dartscheibe (engl. Dartboard) unterteilt sich in 20 Segmente[5] mit der Wertigkeit 1 bis 20 und den Mittelpunkt Single Bull (grün) = 25 und Bull’s Eye (rot) = 50 Punkte.
Die Segmente verteilen sich (im Uhrzeigersinn, beginnend bei 12 Uhr) wie folgt um den Mittelpunkt:
20 – 1 – 18 – 4 – 13 – 6 – 10 – 15 – 2 – 17 – 3 – 19 – 7 – 16 – 8 – 11 – 14 – 9 – 12 – 5.
Diese Reihenfolge wurde 1896 vom englischen Zimmermann Brian Gamlin festgelegt und sollte wahrscheinlich zur Bestrafung von Ungenauigkeit dienen und das Element des Zufalls einschränken. Die Zahlen sind so angeordnet, dass sie Treffsicherheit erfordern. Deswegen liegen neben zweistelligen Zahlen zumeist einstellige Zahlen (zum Beispiel die 20 zwischen 1 und 5).
Das Zentrum der Scheibe ist in zwei unterschiedliche Felder unterteilt. Der äußere Ring, das Bull (auch: Outer-Bull oder Single-Bull, grün) zählt 25 Punkte. Der innere Kreis, das Bull’s Eye (auch Inner-Bull oder Double-Bull, rot (bei manchen älteren Scheiben schwarz)), zählt 50 Punkte. Das Bull’s Eye darf in der Spielvariante Double-Out zum Beenden eines Legs (oder zu Spielbeginn mit Double-In) verwendet werden, denn es zählt als Doppel-Feld.
Der innere schmale Ring ist das Triple (im Englischen auch Treble). Trifft ein Pfeil in diesen Bereich, verdreifacht sich der Wert des Feldes. Der äußere schmale Ring (Double) verdoppelt die Punktzahl.
Entgegen vielen Anfängermeinungen bringt somit nicht das Bull’s Eye, also die Boardmitte, die meisten Punkte, sondern die Triple 20. Da der Wert der 20 verdreifacht wird, sind beim Treffen der Triple 20 insgesamt 60 Punkte erreicht.
Die Steeldartscheibe besteht aus Sisalfasern, die gelegentlich als Schweineborsten bezeichnet werden. Einfachere Scheiben werden aus Kork oder Papier gefertigt.
Die Segmente sind durch ein Netz aus Draht entlang der Segmentgrenzen getrennt. Diese Drahtkonstruktion wird Spinne genannt.